Meine Osterwoche im Wahlkreis, Leipzig und Großenhain
verfasst am 10.04.2026
Hannah-Arendt-Institut
Das Hannah-Arendt-Institut ist ein An-Institut der TU Dresden. Im Fokus dessen Arbeit steht die Erforschung des Nationalsozialismus, des Kommunismus, der Transformation nach 1989 sowie Erscheinungsformen des politischen Extremismus in Geschichte und Gegenwart. Mit Prof. Schmeitzner (DDR-Forschung) erörterte ich einen konkreten Fall des gewaltvollen Vorgehens des DDR-Regimes gegen Dresdner Jugendliche. Ebenso sprachen wir über den wissenschaftlichen Arbeitsalltag und die Notwendigkeit von DDR-Stiftungsprofessuren nicht nur im ostdeutschen, sondern im gesamtdeutschen Raum.
Bürgermeistergespräch in Wachau
In Wachau wurde ich herzlich von Bürgermeister Veit Künzelmann empfangen. Wir sprachen über kommunalpolitische Themen, Energieversorgung und die Bedeutung von Versorgungsboxen für den ländlichen Raum. Diese Mini-Supermärkte kommen vollständig ohne Personal aus und sind rund um die Uhr geöffnet. Die Bezahlung der Ware erfolgt bargeldlos an einer Self-Checkout-Kasse. Beispielsweise wäre eine solche Versorgungsbox für den Ort Lomnitz eine große Bereicherung, nicht nur für Menschen, deren Mobilität eingeschränkt ist. Diese Mini-Supermärkte haben das Potential, als gut erreichbare Orte zu einem lebendigen Treffpunkt für die Bewohner von ländlichen Ortschaften zu werden.
Deutsche Bücherei Leipzig
Letzte Woche tauschte ich mich mit dem Architekturbüro "code unique" über deren Auftrag für den Erweiterungsbau der Deutschen Bücherei Leipzig aus. Spätestens nach der aufrüttelnden Nachricht des Bundeskulturministers, die Genehmigung des Erweiterungsbaus zurückziehen, wollte ich die Deutsche Bücherei in Leipzig persönlich besuchen. Als Vorsitzender des Sächsischen Bibliotheksverbandes sehe ich es für mich als Pflicht qua Amt, der Deutschen Nationalbibliothek inhaltlich den Rücken zu stärken.
Bei meinem Besuch erfuhr ich eine große Wertschätzung, denn nicht nur der Leiter der Leipziger Bücherei, auch der Generaldirektor der Deutschen Nationalbibliothek aus Frankfurt am Main nahmen sich die Zeit für einen Austausch und eine Führung durch die Bibliothek.
Die Deutsche Nationalbibliothek hat mit Frankfurt am Main und Leipzig zwei Standorte. Als zentrale Archivbibliothek ist es ihre wichtigste Aufgabe, Medienwerke in deutscher Sprache aus dem In- und Ausland zu sammeln, zu verzeichnen und der Öffentlichkeit zur freien Verfügung zu stellen. Sie ist die größte Bibliothek der Bundesrepublik Deutschland, aber auch im deutschen Sprachraum sowie eine der größten Bibliotheken der Welt.
Austausch in der Karl-Preusker-Bücherei in Großenhain
2028 begehen wir ein bedeutendes Jubiläum: 200 Jahre öffentliche Bibliotheken in Deutschland. 1828 gründete Karl-Preusker in Großenhain die erste öffentliche Bibliothek. Ein guter Grund für mich als Vorstandsvorsitzender des sächsischen Bibliotheksverbandes, um nach Großenhain zu fahren und gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und dem Trägerverein der Bücherei sowie dem Oberbürgermeister der Stadt einen sächsischen Grundstein für die Kampagnenplanung zu legen. Die Bücherei ist ein Leuchtturm für die Hingabe und Wertschätzung des Bibliothekserbes. Liebevoll eingerichtete Leseecken im Bibliotheksgebäude, ein idyllischer Bibliotheksgarten, eine Bastelecke und die "Gute Stube" von Karl Preusker persönlich machen diese Bibliothek zu einem faszinierenden und charmanten Dritten Ort im Freistaat.
Auf zukünftige Krisen vorbereitet - rescEU Medical Stockpile in Dresden
Im Rahmen einer Veranstaltung zum deutschen und europäischen Bevölkerungsschutz stellte das Deutsche Rote Kreuz das rescEU Medical Stockpile in Dresden vor. Neben unserer nationalen Verantwortung für einen umfangreichen und koordinierten Bevölkerungsschutz, sprachen wir über unsere gemeinsame europäische Solidarität der Bevorratung auf EU-, Bundes- und Länderebene sowie durch Hilfsorganisationen und Krankenhäuser.
Als ehemaliger Vorsitzender des DRK Dresden bin ich immer wieder von der Stärke des DRK beeindruckt: die langjährige Erfahrung bei der Durchführung humanitärer Transporte, Logistik und die schnelle Reaktionsfähigkeit dank der ehrenamtlichen Strukturen sind beispiellose Eigenschaften für einen effektiven Bevölkerungsschutz in Krisensituationen.
Der anschließende Rundgang durch das Medical Stockpile/Logistik-Hub des DRK war ebenso beeindruckend, wie die Demonstration der Krisenversorgungskette auf dem Gelände des Deutschen Roten Kreuzes.